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20.12.2012

Rechtsanwalt Andreas Brugger, Foto: Friedle

Altes Spiel

Das 20.000 Euro teure Gutachten des Landes wurde von Andreas Brugger analysiert und als Fortschreibung der Agrarier-Thesen entlarvt.

Im Grunde genommen passierte hier die konsequente Fortsetzung des alten falschen Spiels. Im Sinne der alten falschen Ordnung. Auf Grundlage der alten falschen Märchen. Wie berichtet hatten die beiden ÖVP-Landesräte Anton Steixner und Johannes Tratter Anfang November 2012 mit bierernsten Mienen das Gutachten des Historikers Roman Sandgruber präsentiert, in dem dieser die Enteignungen der Osttiroler Gemeinden zugunsten der Agrargemeinschaften unter die Lupe genommen und unter anderem festgestellt hatte, dass der NS-Agrarbeamte, der die Enteignungen in die Wege geleitet hatte, dabei nicht NS-typisch vorgegangen war. Daraus entwickelte sich das Bild, dass der für die Osttiroler Enteignungen verantwortliche NS-Beamte so etwas wie ein Widerstandskämpfer war und die Bauern Osttirols ganz sicher keine Anhänger des Nationalsozialismus. Zu allem Überfluss forderte Steixner die Oppositionspolitiker dazu auf, sich bei den Bauern zu entschuldigen – für Aussagen, die sie nie getätigt hatten.

Verdrehte Wahrheiten und eigennützige Unwahrheiten bilden in gewisser Weise die Basis der verfassungswidrigen Tiroler Agrargemeinschaftsgeschichte. Das Gutachten, welches das Land Tirol 20.000 Euro gekostet hat und ohne rechtliche Grundlage in Auftrag gegeben worden war, bildet dabei ein weiteres Mosaiksteinchen. So war von den VP-Regierungsmitgliedern beispielsweise behauptet worden, dass Esther Fritsch, die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde, Roman Sandgruber als Gutachter empfohlen habe. Das stimmt nicht, hatte die Kultusgemeinde dem Land doch lediglich eine Gutachterliste zukommen lassen, auf der neben vielen anderen auch der Name Sandgrubers zu finden war. Daraus eine direkte Empfehlung des Historikers zu zimmern und das Gutachten durch Erwähnung der Israelitischen Kultusgemeinde gewichtiger zu machen, als es ist, wirkt recht schäbig und wie ein Missbrauch der Religionsgemeinschaft.

Dass die radikalen Agrarier jubilierten, als das Gutachten präsentiert wurde, war logisch. Und das nicht nur, weil diesmal das Land Tirol für zweifelhaften Argumentationsstoff in ihrem Kampf gegen die Gemeinden bezahlte. Der Agrarrechts-Experte und Landtagsabgeordnete des Bürgerforums Andreas Brugger analysierte das Gutachten, verfasste dazu eine 64 Seiten umfassende Stellungnahme und kam zum Schluss: „Sandgruber hat ungeprüft die seit Jahren verbreiteten Thesen der Agrarier übernommen. Beachtlich ist, dass sein Gutachten von der Landesregierung beauftragt und präsentiert worden ist. Zumal dieses Gutachten die Tiroler Geschichte umschreibt, indem es auf der nachweislich falschen Grundlage aufbaut, wonach in früheren Jahren nur besitzende Bauern Mitglieder der Gemeinden gewesen seien. Damit machen sie aus der Gemeinde eine Agrargemeinschaft. Volkszählungsergebnisse aus 1785 für Gesamttirol widerlegen das eindeutig, demnach gab es rund 550.000 nicht besitzende Tiroler, das sind 91 Prozent, und etwa 55.000 besitzende Bauern, neun Prozent. Wenn Platter, Steixner und Co. die Sandgruber- und Agrarier-Thesen heute übernehmen, dann klammern sie 91 Prozent der Tiroler Bevölkerung aus. Diese Haltung, wonach der Großteil der Bevölkerung nicht zur Gemeinde gehört hätte und Gemeinde nur besitzende Bauern wären, schafft den Nährboden, um die Gemeinden und Gemeindebürger auch heute noch über den Tisch zu ziehen.“ Falsche Märchen, falsche Ordnung, falsches Spiel. Es wird konsequent fortgesetzt.  Alexandra Keller

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