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25.11.2012

Gemeinderat Markus Rottensteiner, Foto: Friedle

Rudi Radikal

Neue Imbissstände mit „nichtlandestypischer Nahrung“ will er verbieten. Rudi Federspiel läuft gegen Döner und Falafel Sturm.

D

as Schnitzel wird es ihm danken. Das Wiener Würstel auch. Die Currywurst tut sich da schon schwerer. Dafür ist Curry viel zu ausländisch. Untirolerisch halt. Extrem sogar. Rudi Federspiel, die neue Nummer zwei der heimischen FPÖ hat in seiner Eigenschaft als Innsbrucker Gemeinderat Anfang November 2012 im städtischen Gremium einen Antrag gestellt, mit dem er verhindern wollte, dass neue Imbissbuden genehmigt werden, insbesondere jene, die „nicht landestypische Nahrung“ anbieten. Der Innsbrucker Gemeinderat ist kein Kabarett, Rudi Federspiel – wenn überhaupt – dann nur unfreiwillig komisch und diesen Antrag meinte er wirklich ernst. Geht es nach seiner Vorstellung, müssten die Behörden derartige Imbissstände, die seiner Meinung nach nebst der gastronomischen Tradition Tirols auch den österreichischen Tourismusstandort schädigen, rigoros untersagen. Möglich, dass sich Altersstarrsinn bei altgedienten Rechts-Politikern auf diese Art und Weise äußert, möglich auch, dass Federspiel eben einen Hang zum Tiroler Knödel hat und überzeugt ist, dass der Verzehr eines solchen Knödels über die Magenschleimhäute des Genießers auch gleich die richtige Gesinnung überträgt. Es wurde auch vermutet, dass er durch das Verbot jene Personen verhungern lassen will, in deren Kulturkreis er Kriminalitäten vermutet. Wer weiß das schon. Dem großgewachsenen Sheriff brachte der Antrag jedenfalls flott Häme ein. 

„In der Wiener Parteizentrale wird nach dem unsäglichen Marokkaner-Slogan angeblich auch schon an neuen Texten getüftelt“, heißt es dazu etwa auf der Homepage der Liste „Für Innsbruck“: „Passend zum Imbissbuden-Antrag schwirren zahlreiche Slogans durch die Gerüchteküche. Favorit für das nächste FPÖ-Plakat in Innsbruck könnte also sein: ‚Tiroler Land braucht Rudis Würstelstand‘.“ Eine schöne Vorstellung. Die beiden ersten Tiroler FPÖ-Nummern, Rudi Federspiel und Gerald Hauser, könnten mit einer fahrbaren Würstelbude durchs Land tingeln, um die Wählerinnen und Wähler mittels Käsekrainer und Schnitzelsemmel vom Verzehr nicht landestypischer Nahrung zu überzeugen. Und selbstverständlich auch davon, im April 2013 die Tiroler FPÖ zu wählen. Federspiel, der Ewigstramme, der vor 14 Jahren aus der FPÖ ausgeschlossen worden war, ist nun ihr neuer Shootingstar. Wärmstens umringt von H.C. Strache und Gerald Hauser, über die er noch vor nicht allzu langer Zeit wenig Gutes zu sagen pflegte, kündigte Federspiel Anfang November 2012 an, eine Koalition mit der Tiroler ÖVP anzustreben – sonst mit niemandem. Partout nicht. Weil Sozialdemokraten, Grüne oder die Mitglieder des Bürgerforums ihr Abendessen zu gerne mit orientalischen Gewürzen verfeinern? In einer Koalition mit der Tiroler ÖVP könnte Federspiel jedenfalls mit einem Regierungsposten rechnen und das macht aus seinem komischen Imbissbudenvorstoß eine gefährliche Drohung. Für all jene zumindest, die gerne Pizza essen, Rigatoni mit Genuss verzehren, regelmäßig einen Döner mit nach Hause nehmen, zu Falafel nicht nein sagen und Kichererbsen ganz allgemein dem Grammelschmalz vorziehen. Amüsant wirkt, dass Federspiel, den sie wegen seiner beruflichen Italien-Affinität „l‘Azzurro“ nennen, mit seinem Vorstoß auch den Leckereien aus den Küchen des benachbarten Südens den Kampf ansagt. Die Lasagne kann beim besten Willen nicht als landestypisches Nahrungsmittel bezeichnet werden. Schon das Zigeunerschnitzel macht Probleme. Das Leben eines Rechtspopulisten kann echt kompliziert werden. Dann, wenn es ans Eingemachte geht.  Alexandra Keller

 

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