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28.03.2013

Anton Steixner, Foto: Friedle

Bombenalarm

Seit Ende 2011 ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen Anton Steixner. Mit einer Anklage könnte sein fragwürdiges „Lebenswerk“ endgültig zerbröseln.

Anton Steixners Wunsch wird sich wohl nicht erfüllen. Laut TT hat der für Jagdagenden zuständige Mann in der VP-Platter-Regierung im Rahmen der Vollversammlung des Tiroler Jägerverbandes (TJV) Anfang März 2013 ein „Ende des schlechten Films“, in dem er sich die letzten Jahre gewähnt hat, eingemahnt. Nun könnte diese Phrase schön auf das Land Tirol umgelegt werden. Das Ende des schlechten Films, in dem die Mehrheit der Tirolerinnen und Tiroler eine Nebenrolle spielten und Steixner die Hauptrolle zum Wohl seiner Freunde an sich gerissen hat, wird im Wahlkampf lautstark gefordert. Und die Episode, die Steixner meint, hängt auch direkt mit dem Machtsystem zusammen, das seine Herrschaft prägte. Sollte Steixner angeklagt werden, dann endet sein schlechter Film ohne Happy End. Seit Ende 2011 ermittelt die Staatsanwaltschaft Innsbruck gegen ihn. Sollte Steixner wegen Geheimnisverrates angeklagt werden, könnte sein fragwürdiges Lebenswerk endgültig zerbröseln. 

Ein wohl eher alltägliches Machtspiel Steixners steht am Beginn dieser Episode. Zu seinen Zuständigkeiten als Agrarlandesrat zählt auch die Jagd. Diese Kompetenz ist nicht zu verachten, sind im Tiroler Jägerverband doch rund 16.000 Mitglieder vereint und spielen sich im Wald doch viele Dinge ab, bei denen die vornehmlich bäuerlichen Waldbesitzer andere Interessen haben, als die Jäger. Der Zwist zwischen Wald und Wild ist ein uralter. Die „Waldbauern“ wollen so wenig Wild wie möglich im Wald sehen. Die Jäger hingegen sehen sich ihrer gesetzlichen Aufgabe verpflichtet, den Wildbestand zu erhalten, zu hegen und zu pflegen. Dass Steixner sich den Interessen seiner Klientel mehr verpflichtet fühlt als den Jägern, liegt auf der Hand. Nicht minder logisch ist, dass die Jägerschaft vor allem in der Zeit, als der 2011 verstorbene Rudolf Wieser als Landesjägermeister an ihrer Spitze stand, stolz war, den politischen Einfluss auf den TJV stark zurückgedrängt zu haben. Dieses Verhältnis änderte sich schon, als Steixners Bruder Landesjägermeister war. Nach dessen gesundheitsbedingtem Ausscheiden musste der TJV einen neuen Vorstand wählen und 2008 witterte Steixner wohl seine Chance, den politischen Einfluss auf den Verband massiv zu erhöhen. Und dabei hat er möglicherweise eine Grenze überschritten, die ihm nun zur Bombe werden könnte. 

Im Vorstandsteam des damals designierten neuen Landesjägermeisters Karl Berktold fand sich auch der renommierte Forstexperte Robert Kirschner. Wohl aufgrund seiner fachlich fundierten und nicht bauernbündisch einseitigen Haltung in der Wald-Wild-Frage war Kirschner aber ein rotes Tuch für Steixner. Der Verdacht, der die Staatsanwaltschaft dazu brachte, gegen Steixner zu ermitteln, ist damit begründet, dass Steixner vor der Wahl des TJV-Vorstandes Berktold auf ein amtsinternes Disziplinarverfahren gegen Kirschner aufmerksam gemacht haben könnte, um dessen Wahl zum Forstreferenten zu verhindern. Verletzung des Amtsgeheimnisses nennt sich das. Der § 310 des Strafgesetzbuches sieht dafür eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren vor.

„Steixner habe ihm (Berktold – Anm.) seine Ablehnung, was die Kandidatur von Dr. Kirschner anbelangt, offen kundgetan und seine Animosität noch dadurch untermauert, dass er ihn über [...] ein anhängiges Disziplinarverfahren beim Amt der Tiroler Landesregierung informierte, welches gegen Dr. Kirschner in seiner Eigenschaft als Bezirksforstinspektor und damit Beamter des Landes Tirol eingeleitet worden war“, hielt Wieser kurz vor seinem Tod in einer eidesstattlichen Erklärung fest. Über diese Umstände hatte Berktold im Sommer 2011 auch den TJV-Vorstand informiert. Auf dieser Sitzung liegt der Fokus der Ermittler und die damaligen Vorstandsmitglieder sind Zeugen in der Causa. Wie schwer sie sich mit der Wahrheit tun, mag der Umstand zeigen, dass sich einige der bislang einvernommenen Zeugen nicht erinnern können und nur zwei Zeugen bestätigen, dass Berktold den Vorstand über Steixners zielgerichtete Informationspolitik in Kenntnis setzte. „Es sind noch Vernehmungen ausständig, mit denen das LKA bereits beauftragt wurde“, teilt Presse-Staatsanwalt Hansjörg Mayr auf ECHO-Anfrage mit. Die Bombe tickt. Es bleibt spannend. Dass versucht wird, die Echtheit von Rudolf Wiesers Erklärung anzuzweifeln, zeigt, in welch tiefe Schubladen gegriffen wird, um Steixner ein Happy End zu bescheren. Doch dieser Wunsch wird sich wohl nicht erfüllen. Dafür ist dieser Film zu schlecht.
Alexandra Keller

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