Mehr zum thema

29.08.2014

Ganz schön viel Mist

Die Kämpfer entgleisen, der Bauernbund darf sich vor dem Wahlherbst fürchten, Agrar-Fallstricke in dmehr ...

Politik
27.06.2014

Pinke Geburt

Obwohl sich die Tiroler Truppe gerade erst formiert, wurde die neue Bewegung bei der EU-Wahl mit Vormehr ...

Politik
29.05.2014

Zeit des Misstrauens

Ein Jahr nach Angelobung der schwarz-grünen Landesregierung herrscht Misstrauen. Nicht nur von Seitemehr ...

Politik
27.03.2014

Die 180-Grad-Wende

Geschwärzte Argumente: Georg Willi verteidigt den Gesetzesentwurf und überlässt die Gemeinden sichmehr ...

Politik
27.03.2014

„Grausig werds, grausig!“

Es ist absurd. Obwohl die Lage der Agrar-Bauern durch die Novelle ultimativ vergoldet wird, wird Obmmehr ...

Politik
27.03.2014

In den Hintern treten

Ende Juni müssen sich die SPÖ-Funktionäre entscheiden, ob sie Ingo Mayr zu ihrem neuen Vorsitzenden mehr ...

Politik
27.03.2014

Totalitäre Züge

Mit an Willkür grenzenden Bescheiden greift die Sozialabteilung des Landes derzeit in Lebenshilfe-Eimehr ...

Politik
27.03.2014

Der Offenbarungseid

Der ehemals mächtigste Politiker des Landes, Anton Steixner, muss sich am 25. April 2014 als Angeklamehr ...

Politik
01.03.2014

Die letzte Chance

Eine aktuelle Untersuchung zeigt: Die agrarischen Gemeinschaften „besetzen“ aktuell fast 50 Prozent mehr ...

Politik
01.03.2014

Nicht zu ignorieren

Ernst Schöpf, Präsident des Tiroler Gemeindeverbandes, nimmt zum erhellenden Agrargemeinschafts-Zahlmehr ...

Politik
Treffer 1 bis 10 von 301
<< Erste < Vorherige 1-10 11-20 21-30 31-40 41-50 51-60 61-70 Nächste > Letzte >>
Politik
24.10.2013

Josef Geisler: "Büro schon sehr in Mitleidenschaft gezogen", Foto: Friedle

Geislers neue Kleider

Agrarreferent Josef Geisler ließ sein recht frisch renoviertes Landhausbüro neuerlich umbauen. Die Erklärung des Landeshauptmann-Stellvertreters klingt uneitel.

So etwas geht halt nie unbemerkt vonstatten. Weil es ein gefundenes Fressen ist, wenn Regierende über ihre Eitelkeit stolpern. Und weil es ein mit Kritik garniertes Häppchen ist, wenn sie dies mit Steuergeld tun. Die „katholische Millionenschleuder“ im hessischen Limburg ist nur ein, wenn auch schillernder Beweis dafür, dass es nicht bescheiden geahndet wird, wenn Prominenz sich unbescheiden gibt. Unvergessen sind in Tirol etwa die Schrullen des ehemaligen Finanz-Landesrats Christian Switak. Im Zuge der Übernahme des Tiroler Landhauses durch das Kabinett Platter I – im Jahr 2008 war das – hatten es sich der Landeshauptmann und sein damals so treuer Begleiter gemütlich gemacht. Gemütlich, stattlich und schön. Um die doch satte Summe von 1,6 Millionen Euro wurde damals jegliche Erinnerung an glücklose Vorgänger entfernt. Und dem Neuanfang wurde ein großzügiger neuer Rahmen gegeben. Der letztlich glücklose Switak nun war dadurch aufgefallen, dass ihm die Neugestaltung allein noch nicht reichte. 2011 hatte er offenkundig das Gefühl, sich noch mehr von der Öffentlichkeit abschotten und auch vor eventuellen Landhaus-Spannern verstecken zu müssen. Es war die Zeit, in der sein Stuhl schon gewaltig wackelte, und so hatte er kurz vor seinem Fall den Wunsch nach einem Sichtschutz für die landesrätlichen Sphären geäußert. „Dabei geht es nicht um die Fenster zur Straße, sondern der Landesrat fürchtet sich offensichtlich, dass man aus dem Innenhof des Landhauses sehen könnte, was am Gang (!) vor seinem Büro passiert“, kommentierte der damalige Grünen-Abgeordnete und nunmehrige Klubobmann derselben, Gebi Mair, die intransparente Extravaganz, die aus denkmalpflegerischer Sicht negativ bewertet worden war. Bald darauf war Switak Geschichte und die nicht minder eitle Landesrätin Patrizia Zoller-Frischauf bemühte sich, die noblen Salons des Zurückgetretenen zu beziehen, was, weil ja auch der „frische“ Landesrat Johannes Tratter nicht in einer Besenkammer hausen wollte, eine gar lustige Büro-Rochade im Landhaus zur Folge hatte. 

Wer kann, der tut. Auch Neo-Landeshauptmann-Stellvertreter und Nachfolger Anton Steixners auf dem Machtbauernthron, Josef Geisler, tut’s. Er bezog die Räumlichkeiten seines Vorgängers, doch gab auch er sich nicht mit der Generalsanierung zufrieden, die dort kurz vor Beginn der letzten Legislaturperiode durchgeführt worden war. „Seit Juni 2013 logiert nun der neue LH-Stv. Josef Geisler in denselben Räumlichkeiten. Diese mussten jedoch umgehend komplett erneuert werden; sämtliche Böden wurden ausgetauscht, die Wände komplett renoviert, eine neue Lichtanlage und Technik wurden eingebaut, das gesamte Inventar wurde erneuert – ja sogar eine komplett verbaute(!) Klimaanlage in jedem Zimmer des Büros des Landeshauptmann-Stellvertreters musste eingebaut werden“, hielt Fritz-Abgeordnete Andrea Haselwanter-Schneider in ihrer schriftlichen Anfrage vom 26. September 2013 fest. 

Mit der Anfrage „Schöner wohnen: Warum musste das Büro von LH-Stv. Geisler schon wieder umgebaut werden?“ wollte sie Licht ins Dunkel der jüngeren Umbauarbeiten im Agrarreferenten-Büro bringen, wissen, warum Geisler das tat, was alles gemacht wurde, wie hoch die Kosten dafür sind und warum ausgerechnet in diesem Büro, das im kühlen alten Landhaus sich befindet und in den meist schattigen Innenhof mündet, eine komplett verbaute Klimaanlage installiert werden musste. 

Anfang Oktober 2013 antwortete Geisler darauf und verwies auf die „schon sehr in Mitleidenschaft“ gezogenen Einrichtungsgegenstände und den Boden, der „weitum sichtbare Verschleißerscheinungen“ hatte. Als Schwerpunkt der Sanierungsarbeiten nennt er aber die „thermische Sanierung“, die seines Erachtens nach „der Schlüsselfaktor für das Gelingen der Klimastrategie in Österreich“ sei. „Sie werden verstehen, dass ich als Energiereferent der Tiroler Landesregierung sehr auf Glaubwürdigkeit in diesem Bereich bedacht bin“, hält Geisler fest. Der Vorreiter der thermischen Sanierung hält zudem fest, dass es in Österreich ca. 1,5 Millionen Objekte gebe, die dringend einer thermischen Sanierung bedürften, wodurch ca. 13.000 Arbeitsplätze nötig seien. „Die thermische Sanierung ist fürwahr der Schlüsselfaktor der Klimastrategie Österreichs“, wiederholt er dann noch mal. Was der betont uneitle Klimaschützer nicht erklärt, ist, was es dem Weltklima bringt, wenn nur seine Büros im riesigen Landhaus einen thermisch sanierten Beitrag leisten. Eine Schlüsselfrage zur jüngsten „Schöner Wohnen“-Aktion im Tiroler Landhaus. Fürwahr.
Alexandra Keller

Keine Einträge im Gästebuch gefunden.