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27.06.2014

Mann der Extreme: Langstreckenspezialist Wolfgang Mader; Foto: Mader

„Die Suche nach der Grenze hört nie auf“

Im August will Extremradfahrer Wolfgang Mader zehnmal den Ötztal Radmarathon bezwingen, für einen guten Zweck. Im Interview spricht Mader über Grenzen, Suchtpotenzial und seine kommenden Ziele, wie jenes, die Extremfahrten zu beenden und „Husky-Opa“ zu werden.

ECHO: Sie haben 2011 den 48-Stunden-Höhenweltrekord aufgestellt, 2012 das Race Across America und 2013 die Crocodile Trophy erfolgreich bestritten und jetzt wollen Sie an zehn aufeinanderfolgenden Tagen jeweils den Ötztal Marathon fahren – was reizt an solchen Extremleistungen?

Wolfgang Mader: Der Reiz ist das Neue, immer wieder etwas Unbekanntes zu versuchen und immer wieder zu versuchen, seine Grenzen auf die unterschiedlichsten Weisen auszuloten. Beim Höhenweltrekord wollte ich wissen, ob ich 48 Stunden nur bergauf fahren kann und ob der Weltrekord zu knacken ist, beim Race Across America war die Grenze, wie man mit diesen ungeheuren physischen und psychischen Belastungen umgehen wird und wie sich das auswirkt. Und als ich das geschafft hatte, ergab sich mit der Crocodile Trophy ein neues Ziel. Der Auslöser dafür kommt dabei sehr oft von außen, wenn nämlich in meinem Umfeld die Meinung herrscht, dass ich solche Extremfahrten nicht schaffen kann. Nach dem Race Across America sagte man, dafür müsse man ja eigentlich nicht Radfahren können, wirklich entscheidend wäre das härteste Mountainbike-Rennen der Welt, eben die Crocodile Trophy. Man hat es für unmöglich gehalten, dass ich, obwohl ich nie auf einem Mountainbike gesessen bin, dieses Rennen bestreiten würde, noch dazu mit nur einem Jahr Vorbereitung. Aber wie man gesehen hat, es hat funktioniert.

ECHO: Das heißt ein „geht nicht“ gibt‘s für Sie nicht …

Mader: (lacht) Ich musste das Rennen ja nicht gewinnen. Es ging darum, dass man mir nicht einmal zugetraut hat, das Ziel zu erreichen. Für mich ist das ein ungeheurer Ansporn. Immer, wenn man mir sagt, etwas geht nicht, weckt das in mir diesen Reiz, zu beweisen, dass alles erreichbar ist, wenn man es will. So habe ich mich auf das Bike gesetzt und unter Anleitung von Ernst Denifl zu trainieren begonnen. Acht Wochen vor dem Rennen habe ich mir den Oberschenkel gebrochen und da sagte man, jetzt ist der Traum endgültig vorbei. Doch auch das war nur ein neuer Anreiz für mich, um zu zeigen, dass gar nichts vorbei war. Am dritten Tag nach der Operation saß ich wieder am Rad, vier Wochen darauf fuhr ich auf den Großglockner und weitere vier Wochen später stand ich in Australien am Start.

ECHO: Das Rennen verlief aber nicht problemlos …

Mader: Nein, wirklich nicht. Am ersten Tag brach ich mir den Finger, am dritten Tag musste ich einem Stürzenden ausweichen und brach mir zwei Rippen. Wiederum glaubte man, dass die Knochenbrüche mich stoppen würden, aber ich fuhr trotzdem ins Ziel. Wenn eben jemand sagt, es geht nicht, dann muss ich probieren, ob es nicht doch geht. Außerdem, was hätte ich davon gehabt aufzugeben? Als ich im Ziel war, haben die Schmerzen Sinn gemacht, die hätte ich auch ohne Zieldurchfahrt gehabt.

ECHO: Das klingt nach einem hohem Suchtpotenzial …

Mader: Vielleicht. Und vielleicht ist es ja eine krankhafte Sucht nach der Suche, wo die Grenzen der Belastbarkeit liegen.

ECHO: Wo hört die Suche auf?

Mader: Die hört nicht auf oder vielleicht dann, wenn ich die Lust an der Suche verliere. Dabei geht es auch gar nicht um eine bestimmte Belastungsgrenze oder darum, die Grenze immer höher zu schrauben. Jemand, der am Mount Everest war, wird ja auch nicht mit dem Bergsteigen aufhören, er sucht sich eben andere Touren. Ich will so viele verschiedene Herausforderungen wie möglich bestehen, deshalb fahre ich auch kein Projekt von Bedeutung zweimal. Ich will am Ende des Tages lieber auf fünfzig verschiedene Projekte blicken können als auf eines, das ich fünfzig Mal gemacht habe. Aber der Reiz, was mit dem Körper alles machbar ist, hält mich seit meiner Kindheit gefangen, und das wird sich nicht ändern.

ECHO: Kann man vor diesem Hintergrund Erfolge überhaupt auskosten?

Mader: Sobald ich etwas abgeschlossen habe, überlege ich schon, was ich als Nächstes machen kann, soviel dazu. Man ist permanent auf der Suche nach der nächsten Grenze. Wenn man sein Ziel erreicht hat, ist man zwar zufrieden, aber da ist auch ein gewisse Traurigkeit, dass es vorbei ist. Eigentlich geht es um den Weg und nicht um das Ziel. Das Rennen ist eigentlich nur das Abholen des positiven Zeugnisses für die Monate und Jahre an Vorbereitung. Aber das Wichtigste war für mich nie, dass ich die Herausforderungen gemeistert habe, sondern was als Nächstes kommen wird. Das ist eben die Sucht.

ECHO: Und was kommt als Nächstes?

Mader: Der zehnfache Ötztal Marathon im August kommt mir sehr entgegen. Erstens, weil ich gerne für einen guten Zweck fahren, und zweitens, weil ich zur Zeit lieber Projekte machen will, die quasi vor meiner Haustüre liegen. Für kommendes Jahr schwebt mir etwas mit der Zahl 50 vor. Da feiere ich meinen fünfzigsten Geburtstag und überlege, die fünfzig wichtigsten Alpenpässe zu fahren, das wären einige Höhenmeter.

ECHO: Gibt es Überlegungen, die Langstreckenfahrten irgendwann zu beenden?

Mader: Durchaus. Dann könnte ich mir einen Kindheitstraum erfüllen und mir zwei Huskys zulegen. Wir müssten uns gegenseitig jeden Tag aufs Neue fordern und diese Herausforderung wäre nicht nach zwei Wochen beendet, sondern die würde mindestens 15 Jahre dauern und sie würde, bei artgerechter Haltung, ein ebenso extremes Abenteuer sein. Dadurch würden sich auch zahlreiche neue Projekte ergeben und, vor allem, sollte ich irgendwann Enkelkinder bekommen, würde ich mir einen Schlitten zulegen und zu einem richtigen „Husky-Opa“ werden. Interview: Armin Muigg

DER 10FACH ÖTZi 

Der 10FACH ÖTZI des Vereins Soccer Team ist eine Charityfahrt von Wolfgang Mader für den Spendenfonds „Help for Kids“. Zum zehnjährigen Bestehen des Vereins hat sich der Extremsportler bereiterklärt, an zehn aufeinanderfolgenden Tagen (Start 22. 8., Finish 31. 8.) die komplette Schleife des Ötztal Radmarathons zu fahren. In den zehn Tagen wird Mader 2380 Kilometer zurücklegen, 55.000 Höhenmeter überwinden und wird jeweils zehnmal die zu fahrenden Pässe Kühtai, Brennerpass, Jaufenpass und Timmelsjoch überqueren. Jeder der in Summe 40 zu fahrenden Pässe sowie jede der einzelnen Runden kann von einem Sponsor käuflich erworben werden. Jeder gespendete Euro wird vom Soccer Team bzw. „Help for Kids“ verwaltet. Mader selbst fährt unentgeltlich.

MITFAHRER GESUCHT

Wer ebenfalls für einen guten Zweck radeln und „Help for Kids“ helfen will, kann Wolfgang Mader bei seiner Extremfahrt unterstützen und ihn – auch abschnittsweise – begleiten. Besonders wichtig wäre dies auf den Streckenabschnitten entlang von Winklern und Längenfeld bis zur Abfahrt nach Umhausen, nach der Abfahrt von Umhausen bis Ende Tumpen, Gries im Sellrain bis Innsbruck, Innsbruck bis Sterzing sowie Obergurgl bis Sölden. 

Das Projekt findet bei jedem Wetter statt, gestartet wird jeden Tag um 7.30 Uhr vor dem Gästehaus Lorenzi, Dorfstraße 38, in Sölden. Die aktuellen Durchfahrtszeiten, weitere Informationen zum Spendenkonto und ab wo sie Wolfgang Mader begleiten können, finden Sie auf www.soccerteam.at

 

SPENDENHOTLINE|INFO 

SOCCER Team e.V.
Harald Lederer - Obmann
E: info@soccerteam.at
H: www.soccerteam.at | www.helpforkids.at

Bankdaten Help for Kids Spendenfond:
Raiffeisenkasse Rum
IBAN: AT65 3631 0000 0008 2123
BIC: RZTIAT22310

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