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Pinke Geburt

Obwohl sich die Tiroler Truppe gerade erst formiert, wurde die neue Bewegung bei der EU-Wahl mit Vorschusslorbeeren bedacht. Sie nimmt sie gern und bleibt trotz der Geburtswehen und Angriffe gelassen.

Die Hackeln sind spitz und sie fliegen tief. Von außen betrachtet wirkt es, als würden die Vertreter der etablierten österreichischen Parteien wie ängstliche Krähen warten, bereit anzugreifen, sobald bei den Neuen etwas schiefläuft. Online-Vorwahl, Vize-Rücktritt, Kandidatenverwirrung – in Vorarlberg, wo im Herbst 2014 die nächsten Landtagswahlen anstehen, wird diese Taktik gerade recht anschaulich eingesetzt. „Vielleicht sollte sich Loacker zuerst um sein Chaos bei den NEOS kümmern, bevor er mit haltlosen Anschuldigungen auf andere losgeht“, ließ Roland Frühstück, VP-Klubobmann im Vorarlberger Landtag, jüngst wissen, „Die NEOS-Partei bezeichnet sich selbst als Bürgerbewegung, aber wenn andere Parteien bei politischen Lösungen die Bürger miteinbeziehen, interpretiert Loacker das als Wahltaktik.“ Der Loacker, den der VP-Mann da angreift, ist Nationalratsabgeordneter Gerald Loacker und ein schmerzhafter pinker Dorn im Auge der mehrheitsgewohnten Volkspartei Vorarlbergs. Aus ihr, also aus der ÖVP, war Loacker ausgetreten, bevor er sich offiziell für die neu gegründete Partei „NEOS – Das neue Österreich“ engagierte, bei der Nationalratswahl am 29. Oktober 2013 als Spitzenkandidat kandidierte und aus dem Stand in den Nationalrat einzog. Über 13 Prozent hatten im Ländle die NEOS gewählt und die dort traditionell tonangebende ÖVP veritabel schockiert. Vor allem, weil das Vorarlberger Ergebnis derart extrem von den bundesweit erreichten fünf Prozent „ausscherte“, vor allem, weil die VP-Politiker im Ländle in teils naiver Selbstüberschätzung nie mit derart bedrohlicher Konkurrenz in Pink gerechnet hätten.

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