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29.08.2014

Rainer Seyrling; Foto:Friedle

Eine Win-win-Situation

Rainer Seyrling, Vorstand der Abteilung Wirtschaft und Arbeit im Amt der Tiroler­ ­Landesregierung, über die neue Technologieförderung des Landes, die innovativen ­Unternehmen Vorteile und Erleichterungen bringt.

ECHO: Das Jahr 2014 brachte einige Änderungen für die Förderung innovativer Unternehmen und Projekte. Was genau ist neu?

Rainer Seyrling: Die erste Änderung gab es zu Jahresbeginn, nämlich mit einer Ausdehnung des Angebots. Seit 1. Jänner besteht eine Kooperation mit der FFG, der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft. Jedes Tiroler Projekt, das über das Basisprogramm der FFG gefördert wird, wird automatisch mit einem 20-prozentigen Landesdarlehen zusätzlich gefördert. Das heißt, die Förderquote beläuft sich insgesamt auf 70 Prozent – bis zu 50 Prozent Zuschuss bzw. Darlehen der FFG und eben die 20 Prozent Darlehen des Landes Tirol. Das hat für die Tiroler Unternehmen den Vorteil, dass sie nicht noch einen Förderantrag in Tirol stellen müssen, sondern dass es über den FFG-Antrag läuft. Ein weiterer Vorteil ist, dass über die FFG auch große Unternehmen gefördert werden – auch wenn in Tirol 99,8 Prozent der Unternehmen KMU sind, darf man nicht vergessen, dass gerade diese 0,2 Prozent enorm innovativ sind.

ECHO: Erfahrungsgemäß tun sich typische Tiroler KMU bei FFG-Förderungen oder gar EU-Programmen eher schwer.

Seyrling: Richtig. Mit der Anschlussförderung erreichen wir die großen Unternehmen bzw. jene, die mit Innovationsförderung schon Erfahrung gemacht haben. Die eigenständige Tiroler Technologieförderung ist kein Luxus. Sie wurde bewusst so gestaltet, da es in Tirol unterhalb der FFG-Schwelle sehr viel innovatives Potenzial gibt. Die Erfahrung zeigt auch, dass das sehr vernünftig war.

ECHO: Was hat sich im Bereich der Tiroler Technologieförderung geändert?

Seyrling: Die Herausforderung war, dass wir sechs sehr gute Programmlinien hatten, was aber für die Unternehmen nicht ganz leicht zu durchschauen war – sechs verschiedene Antragsformulare, sechs verschiedene Richtlinien. Das wollten wir in eine Richtlinie gießen, ohne Schwerpunkte aufzugeben. Mit der Tiroler Innovationsförderung ist uns das gelungen – eine Richtlinie, ein Formular und trotzdem die drei Schwerpunkte Initiativprojekte, Forschungs-, Entwicklungs- und Innovationsprojekte, kurz FEI, sowie die InnovationsassistentInnen als Begleitmaßnahme. 

ECHO: Was heißt das konkret für ein Unternehmen, das einen Förderantrag stellt?

Seyrling: Der Unternehmer muss sich mit seinem innovativen Projekt nicht im Vorfeld für ein Programm entscheiden. Es kann ihm also nicht mehr passieren, dass er für die falsche Förderlinie einen Antrag stellt. Weiß der Unternehmer nicht, ob sein Projekt technisch machbar ist, ob es sich wirtschaftlich rechnet, ob er Kooperationspartner findet, ist es unter Schwerpunkt eins als Initiativprojekt dabei. Geht das Projekt aber einen Schritt weiter, z.B. ein neues Produkt zu entwickeln, wird es über den zweiten Schwerpunkt gefördert.

ECHO: Gibt es bei der Programmlinie InnovationsassistentIn Änderungen?

Seyrling: Bis jetzt mussten Projekte vorhanden sein, für die InnovationsassistentInnen beantragt wurden. Die Begutachtung baute auf dem Projekt auf, InnovationsassistentInnen konnten auch nur für dieses eingesetzt werden. Nun wollen wir den Begriff erweitern, gerade bei KMU geht es oft nicht nur um ein Projekt, sondern dass InnovationsassistentInnen das Unternehmen als Ganzes weiterbringen und innovativer machen sollen. Auch die Teilnahme an einem konkreten Innovationslehrgang ist nicht mehr verpflichtend. Qualifizierungskosten können gefördert werden, wenn sie als sinnvoll erachtet werden. Bleiben wird das Call-System, damit wir die Anträge direkt vergleichen können.

ECHO: Warum findet die Förderlinie für Translational-Research-Programme keinen Platz mehr in der Technologieförderung neu?

Seyrling: Parallel zu Änderungen in der anwendungsorientierten Forschungsförderung gab es auch Änderungen bei der Förderung von Grundlagenforschung in Tirol. Der Wissenschaftsfonds wurde im Rahmen einer Förderungskooperation mit dem FWF, dem österreichischen Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung, auf vier Millionen Euro aufgestockt. Das hat uns zu der klaren Trennung zwischen Unterstützung anwendungsorientierter Forschung und der Förderung von Grundlagenforschung bewogen.

ECHO: Wie geht es mit den K-Regios weiter?

Seyrling: Die Bündelung von sechs Aktionen in eine einzige Innovationsrichtlinie ist an Vereinfachung genug. K-Regio bleibt weiterhin unser Flagschiff als eigenes Förderprogramm mit einer Ausschreibung pro Jahr seitens Standortagentur Tirol, bei der je nach budgetärer Möglichkeit bis zu drei Projekte den Zuschlag bekommen.

ECHO: Für Initiativprojekte und FEI kann hingegen laufend eingereicht werden.

Seyrling: Aus unserer Sicht ist es für Unternehmen nicht gut, wenn sie im Mai ein gutes Projekt haben, der Call aber schon im April ausgelaufen ist. Sie müssten dann ein ganzes Jahr warten. So können sie das ganze Jahr über einreichen und bekommen, wenn alles positiv verläuft, rasch eine Förderung. Und das ist ein großer Anreiz für die Unternehmen, das Projekt umzusetzen.

ECHO: Besteht die Gefahr, dass während des Jahrs das Geld ausgeht?

Seyrling: In der Vergangenheit haben wir in der allgemeinen Technologieförderung kein Projekt aus budgetären Gründen abgelehnt. Letztes Jahr hatten wir sogar einen derartigen Boom, dass es notwendig war, ein Zusatzbudget zur Verfügung zu stellen. Grundsätzlich ist es so: Wenn eine Förderzusage ausgesprochen wird, ist das Geld da und wird zügig ausgezahlt. 

ECHO: Gibt es neben der einfacheren Antragstellung noch weitere Neuerungen?

Seyrling: Ja. Es ist uns gelungen, eine gemeinsame Rahmenrichtlinie für alle Programme im Wirtschaftsförderungsprogramm zu erstellen. Das heißt: Kennt ein Unternehmer diese Rahmenrichtlinie, kennt er sie für das gesamte Tiroler Wirtschaftsförderungsprogramm. Noch wichtiger aber sind in meinen Augen die neuen Abrechnungsleitfäden. Im Allgemeinen ist es ja so, dass ein Unternehmen eine Förderungszusage erhält. Dann ist es die Aufgabe des Unternehmens, Kostennachweise vorzulegen, aufgrund derer die Förderung ausgezahlt wird. Mit den Leitfäden weiß der Antragsteller, wie gewisse Kosten angeführt werden müssen, wie die Abrechnung erfolgt. Der Unternehmer kann also von Beginn an darauf achten, kann laufend z.B. Stundenaufzeichnungen machen – was zu einer Verringerung des Verwaltungsaufwands beim Unternehmen führen sollte. Und auch für uns ist es ein Vorteil, da die Abrechnung leichter wird. Eine klassische Win-win-Situation eben.
Interview: Andreas Hauser

Tiroler Innovationsförderung

• Initiativprojekte: Gefördert werden Kosten, die z.B. bei der Analyse der wirtschaftlichen und technischen Machbarkeit/Sinnhaftigkeit von Projektideen, bei der Anbahnung von Projektkooperationen o. Ä. entstehen. Zielpublikum sind KMU, die Förderung wird als nicht rückzahlbarer Einmalzuschuss gewährt und beträgt max. 75 % der förderbaren Kosten. Die Förderungsbemessungsgrundlage ist mit max. € 8000 begrenzt. Die Projektdauer beträgt max. neun Monate, Anträge können laufend eingereicht werden.

• Forschung - Entwicklung - Innovation: Gefördert werden Projekte zur Entwicklung neuer Produkte, Verfahren oder Dienstleistungen. Zielpublikum sind KMU bzw. Kooperationen von KMU mit Großunternehmen und/oder F&E-Einrichtungen, die Förderung wird als nicht rückzahlbarer Einmalzuschuss gewährt und beträgt max. 30 % (bei Kooperationen 40 %) der förderbaren Kosten bzw. max. € 36.000 (bei Kooperationen max. € 140.000). Die Förderungsbemessungsgrundlage ist mit € 120.000 (bei Kooperationen € 350.000) begrenzt. Die Projektdauer beträgt bis zu zwei Jahre, Anträge können laufend eingereicht werden.

• InnovationsassistentIn: Gefördert werden Personal- und Qualifizierungskosten von neu einzustellenden InnovationsassistentInnen, die im Unternehmen Innovationsvorhaben begleiten und umsetzen. Zielpublikum sind alle Tiroler Unternehmen bzw. Tourismusverbände, die Förderung wird als nicht rückzahlbarer Einmalzuschuss gewährt und beträgt max. 40 % bzw. max. € 28.000. Die Förderungsbemessungsgrundlage ist mit € 70.000 begrenzt. Die Projektdauer beträgt max. zwei Jahre, die Förderung wird jährlich ausgeschrieben, die nächste Ausschreibung erfolgt im Frühjahr 2015.

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