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Kultur
28.08.2014

Ludwig „Luggi“ Ascher, Leiter des Komma in Wörgl; Foto:Friedle

„Das Komma steht gut da“

Ludwig „Luggi“ Ascher, Leiter des Komma in Wörgl, über die Bedeutung des Komma im Bezirk, programmatische Schwerpunkte – und warum er für einen eigenen Stadtsaal plädiert.

ECHO: Sie haben 1996 die Leitung des Kulturzentrums Komma in Wörgl übernommen. Was hat Sie an dieser Aufgabe gereizt?

Luggi Ascher: Ich komme aus der Gastronomie und habe ja davor schon das Kulturzelt Breitenbach organisiert. Die Vision der Politik war, so etwas wie das Innsbrucker Treibhaus auch in Wörgl zu etablieren. Die Idee hat mich sehr gereizt und ich habe zugesagt, die Funktion für zwei Jahre zu übernehmen. Jetzt bin ich 18 Jahre dabei. (lacht)

ECHO: Das Komma steht ja hauptsächlich für Konzerte, von Rock bis Jazz ist alles dabei …

Ascher: Das mag von außen so ausschauen, weil wir damit am stärksten über die Region hinaus wirken. Tatsächlich haben wir ein sehr vielseitiges Kulturprogramm, von Kabarett über Theater bis hin zu Kinderveranstaltungen. Zudem finden hier neben den Gemeinderatssitzungen auch Bälle und andere Festivitäten statt. Insgesamt haben wir rund 250 bis 300 Veranstaltungen im Jahr, davon sind etwa 100 öffentlich. Das Komma hat sich derart entwickelt, dass es mittlerweile wünschenswert wäre, wenn es einen eigenen Stadtsaal gäbe, wo die Sitzungen, die Bälle etc. stattfinden können.

ECHO: Gab es nie Bauchgrimmen, dass das Konzept nicht aufgehen könnte?

Ascher: Es hat am Anfang in Wörgl sehr viel Widerstand gegen ein solches Kulturzentrum gegeben, also noch vor dem Bau. Aber der hat sich rasch gelegt, nicht zuletzt, weil sich schnell gezeigt hat, dass es so etwas braucht hier in der Region. Wir haben ein Einzugsgebiet von rund 80.000 Leuten, mittlerweile haben wir jährlich zwischen 50.000 und 60.000 zahlende Besucher, dazu kommen rund 10.000 Leute, die Kurse, Workshops etc. besuchen. Die Schiene „Komma für Kids“ läuft sehr erfolgreich. Man kann also sagen, das Komma ist ein voller Erfolg.

ECHO: Nun ist Wörgl ja nicht Bezirkshauptstadt. Konkurrenzieren sich Wörgl und Kuf-stein oder Schwaz, wo es ja nun auch einen groß dimensionierten Stadtsaal gibt?

Ascher: Nein, wir tauschen uns aus mit Schwaz und Kufstein bezüglich der Termine. Da herrscht ein freundschaftliches, gutes Einvernehmen und jede Stadt hat ihre Angebote. Natürlich: Ausnahmen bestätigen die Regel. Es gibt schon professionelle Veranstalter, die sich nicht darum scheren, was zur gleichen Zeit im Nachbarort stattfindet. Aber das hat man überall. Im Großen und Ganzen kommen wir uns nicht gegenseitig in die Quere und ich würde behaupten, dass der Bezirk in Sachen Kultur schon sehr viel bietet.

ECHO: Seit Kurzem betreuen Sie auch einen Ausstellungsraum in Wörgl. Wie ist die Idee zur Galerie am Polylog entstanden?

Ascher: Ganz einfach: Der Bedarf an einem kreativen Raum war da. Eine alte Drechslerei stand leer und es hat sich sozusagen angeboten, diese kulturell zu nutzen. Wir haben die Räumlichkeiten adaptiert und für Ausstellungen fit gemacht. In der Galerie im Polylog konzentrieren wir uns auf Ausstellungen, auf zeitgenössische Kunst. Auch das läuft hervorragend: Das heurige Jahr war schon im Mai ausgebucht und wir haben extrem viele Anfragen für das nächste. Derzeit machen wir drei kuratierte Ausstellungen pro Jahr, ansonsten steht der Raum offen für künstlerische Aktivitäten im Ort. Mit diesem Angebot haben wir eine weitere Lücke geschlossen und die Galerie belebt den Bezirk ernorm. 

ECHO: Auffallend ist, dass das Komma kaum etwas im Bereich Theater macht, obwohl die Möglichkeiten dazu bestünden. Zufall oder gibt es dafür einen Grund?

Ascher: Das stimmt nicht ganz. Wir haben schon immer wieder etwas in dem Bereich gemacht, wenn es sich angeboten hat, auch Eigenproduktionen. Aber zum einen wollen wir natürlich die Heimatbühne Wörgl nicht konkurrenzieren, die sehr aktiv ist. Zum anderen sind professionelle Theaterproduktionen sehr teuer und für uns auf Dauer nicht finanzierbar. Ich muss als Geschäftsführer ja schauen, dass wir kostendeckend arbeiten. Wir vermieten die Räumlichkeiten auch für private Veranstaltungen. Beim Kulturprogramm geht es darum, ein möglichst breites Angebot zu schaffen, das viele Menschen anspricht. Ich bin da sehr offen und unser Mix hat sich bewährt. Wörgl liegt verkehrstechnisch sehr günstig, wir stehen für hochkarätige Acts in allen musikalischen Bereichen und genießen einen guten Ruf unter den Künstlern. Das heißt: Sie treten immer gerne bei uns auf. Auch in Sachen Kabarett haben wir uns einen hervorragenden Ruf erworben. Monika Gruber war schon hier, Alf Poier, Alfred Dorfer, Ottfried Fischer usw. Also, das Komma steht ausgesprochen gut da.

ECHO: Wenn Sie in die Zukunft blicken, was würden Sie sich wünschen?

Ascher: Einen eigenen Stadtsaal. Den bräuchte es wirklich. Was für uns einfach toll und weiter ausbaufähig ist, sind die kulturellen Aktivitäten in Wörgl. Wir engagieren uns beim Stadtfest, sind dort immer mit einer eigenen Bühne dabei. So etwas ist gut für einen Ort wie Wörgl. Wir wollen die Stadt ja insgesamt verstärkt als lebenswerten Ort mit eigenem Charakter positionieren, jenseits der Einkaufszentren, die es hier gibt. Daran arbeiten wir im Stadtmarketing intensiv. Eingebunden zu sein in diese, sagen wir, Stadtentwicklungsstrategien, macht sehr viel Spaß. Kultur spielt dabei eine große Rolle. Das Komma funktioniert bestens – und das, obwohl viele am Anfang mehr als skeptisch waren.
Interview: Susanne Gurschler

Zur Person

Ludwig Ascher war Gastronom und Organisator des Kulturzelts Breitenbach, bevor er 1996 die Leitung des Veranstaltungszentrums Komma in Wörgl übernahm. Er ist dessen Geschäftsführer und gleichzeitig als Obmann des Vereins Komma Kultur für die Kulturveranstaltungen dort zuständig. Vor drei Jahren wurde er zudem – zusammen mit Mario Wiechenthaler – Geschäftsführer des Stadtmarketings Wörgl. Ziel dieser Einrichtung war und ist, durch diverse Projekte den Standort Wörgl attraktiv zu gestalten. Infos: www.komma.at / www.energiemetropole.at

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