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26.09.2014

Reinhold Wöll: "Die zweite Periode lief von

Keine großen Sprünge

Anfang 2015 soll mit der Neubesetzung des Rektor-Postens an der PHT die „wilde Zeit“ enden. Reinhold Wöll, Vorsitzender des PHT-Hochschulrates, skizziert im Interview die Herausforderungen.

ECHO: Ende August 2014 wurde bekanntgegeben, dass sich Markus Juranek, der seit Mitte April des Jahres suspendierte Rektor der Pädagogischen Hochschule Tirol (PHT), zurückzieht und gleichsam „die Bahn frei“ macht. Warum dauerte es so lange, bis auch der Hochschulrat das Okay bekam, den Pos-ten auszuschreiben?

Reinhold Wöll: In meinen Augen ist es darum gegangen, dass er einen freiwilligen Amtsverzicht unterschreibt und damit den Weg für eine Neuausschreibung öffnet. Dafür hat das zuständige Ministerium lange Verhandlungen mit Juranek geführt, andere Möglichkeiten der Vertragsauflösung hätten wohl zu einem Rechtsstreit geführt.

ECHO: Ein derartiger Arbeitsprozess wäre auch für die Hochschule keine angenehme Geschichte bzw. keine gute Werbung gewesen, oder?

Wöll: Nein. Ich habe da auch die guten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die jungen motivierten Menschen im Kopf, die dort studieren und die stolz sein wollen auf eine Institution. In dem Sinne war es gut so.

ECHO: Der Amtsverzicht war Bedingung, damit der Posten überhaupt ausgeschrieben werden konnte?

Wöll: Ja, sonst hätten wir rechtlich eine ganz seltsame Situation gehabt. Ich habe im Ministerium auf die rasche Ausschreibung gedrängt und es passierte dann auch sehr schnell. 

ECHO: Wann endet die Bewerbungsfrist?

Wöll: Am 15. Oktober. Wir hoffen, dass wir viele gute Bewerbungen erhalten und haben es diesmal auch sehr breit ausgeschrieben – nicht nur in der Wiener Zeitung, sondern auch im Standard, in der TT, in der Presse, in der ZEIT und zusätzlich auf zahlreichen Homepages.

ECHO: Mitte September wurde berichtet, dass Landesrätin Beate Palfrader sauer auf Unterrichtsministerin Gabriele Heinisch-Hosek war, die keinen Interims-Geschäftsführer an der PHT installieren wollte. Was ist der Hintergrund dieser Auseinandersetzung?

Wöll: Herbert Gimpl, der die Geschäfte der PHT übernommen hat, hat rasch für klare Positionen gesorgt und diese Linie gilt es jetzt fortzusetzen, damit Kontinuität gewahrt wird. Vor dem Hintergrund waren wir – also der Hochschulrat, dem Landesrätin Palfrader angehört – sehr interessiert daran, eine Interims-Geschäftsführung zu installieren, weil Magister Gimpl ab 1. Oktober 2014 in Linz Rektor wird. Diese Lösung wurde im Übrigen auch ursprünglich vom Ministerium gutgeheißen. Das Ministerium hat sich aber dann für eine andere Lösung entschieden, nämlich dass Gimpl für die Hochschule weiterhin als Consulent zur Verfügung steht. Die Agenden „Verbindung nach außen“ und „Verbund West“ sind seit April 2014 vom Ministerium an mich übertragen worden. Ich erwarte eine weitere schriftliche Mitteilung, ob dieser Auftrag weiterhin aufrecht bleibt.

ECHO: Auch um Kontinuität sicherzustellen?

Wöll: Ja, es geht in Wirklichkeit nur darum. Landesrätin Palfrader war insofern sauer, weil man ihr den Interims-Geschäftsführer ursprünglich im Ministerium zugesagt hatte. 

ECHO: Sie waren für diesen Posten im Gespräch?

Wöll: Ich habe mich nicht darum beworben, es gab nur einige Anfragen, ob ich dazu bereit wäre, ein konkretes Angebot aus Wien habe ich jedoch nie erhalten.

ECHO: Die Bewerbungsfrist endet am 15. Oktober. Wie ist das weitere Prozedere?

Wöll: Die Personalvertretungen haben drei Wochen Zeit, eine Stellungnahme abzugeben. Der Hochschulrat muss die Bewerbungen durchsehen, ob sie den Ausschreibekriterien entsprechen. Das ist eine formale Geschichte. Wer den Kriterien entspricht, wird von mir im Namen des Hochschulrates angeschrieben und zu einem öffentlichen Hearing eingeladen. Danach machen wir uns Gedanken über einen Dreiervorschlag und werden den so schnell wie möglich nach Wien übermitteln. 

ECHO: Welcher Zeitrahmen ist geplant?

Wöll: Wir hoffen, das bis Dezember zu schaffen. Dann muss das Ministerium rasch entscheiden. Das haben sie versprochen und dann hat sich auch die Frage der Interims-Geschäftsführung erledigt. 

ECHO: Ist es ein ungünstiger Zeitpunkt für die Ausschreibung?

Wöll: Nein, eigentlich nicht. Wir haben in die Bewerbung geschrieben, dass der Beauftragungsbeginn voraussichtlich Anfang Februar 2015 sein wird. Das heißt, wer sich bewirbt und sich Chancen ausrechnet, hat genug Zeit, sich darauf vorzubereiten.

ECHO: Ist die Vergangenheitsbewältigung schon erledigt oder wird sich die neue Rektorin oder der neue Rektor mit Dingen auseinandersetzen, die in den letzten Jahren passiert sind?

Wöll: In meinen Augen eigentlich nicht mehr. Die Verwaltung und Struktur, die Magister Gimpl aufgebaut hat – mit einem zusätzlichen Controllingsystem –, ist gut im Laufen. Die Fakten, die zu diesen Personalentscheidungen geführt haben, sind letztlich in Berichten festgelegt. Das Ministerium muss sich überlegen, was es mit dem Bericht der Buchhaltungsagentur und dem Rechnungshofbericht macht.

ECHO: Demnach bilden die Berichte einen Rahmen, innerhalb dessen sich das Rektorat und die Verwaltung bewegen können?

Wöll: Die Berichte sind nur ein Teil des Ganzen, für Pädagogische Hochschulen gelten die Richtlinien des BMBF und das Hochschulgesetz 2005.

ECHO: Die Finanzen der PHT lagen im Argen – wie ist die Situation jetzt?

Wöll: Die Situation ist aufgrund der Sparpakete für alle Hochschulen schlechter geworden. Im Durchschnitt wurden sie um zehn Prozent zurückgefahren. Der jetzige Verwaltungsdirektor der PHT hat für das kommende Jahr ein gutes Budget vorbereitet und in dem Rahmen müsste man die Aufgaben stemmen können. 

ECHO: Die Fort- und Weiterbildung war gefährlich unterdotiert.

Wöll: Nun ist sichergestellt, dass die Fort- und Weiterbildung finanziert und gesichert sind. Man reduziert sich auf das Wesentliche. Große Sprünge wird man nicht machen können, weil man das Budget konsolidieren muss. Früher hatte man immer einen Überzug aus dem Vorjahr mitzunehmen – wobei ich sagen muss, dass der Hochschulrat über die wahre Budgetsituation vom Rektorat nicht informiert wurde. 

ECHO: Wo kann eine Hochschule sparen?

Wöll: Im Ziel- und Leistungsplan, den jede Hochschule erstellen muss, werden die Vorhaben, Schwerpunkte und Projekte zusammengefasst, im Ressourcenplan wird der dafür notwendige Personal- und Sachaufwand ausgewiesen. Die Sparmaßnahmen wirken sich vor allem im Bereich der Sonderprojekte aus.

ECHO: Wurden im Zuge der Aufarbeitung auch Mitarbeiter entlassen?

Wöll: Personalentscheidungen wie Anstellungen und Entlassungen gehen nicht über den Hochschulrat. Ich weiß nur, dass die Verantwortung für das Controlling neu geregelt wurde.

ECHO: Erstellt jede Pädagogische Hochschule Österreichs einen eigenen Ziel- und Leistungsplan?

Wöll: Ja. Der wird dann dem Hochschulrat vorgelegt und nach einer Besprechung in Wien wird klar, was genehmigt wird und was nicht. Magister Gimpl hat einen neuen Plan aufgestellt, weil der alte, sehr wolkig geschriebene, für obsolet erklärt wurde. Der neue ist jetzt schlank, aber klar.

ECHO: Wie laufen die Arbeiten für die Zusammenarbeit mit der Universität Innsbruck?

Wöll: Das passiert im Rahmen des Entwicklungsverbundes, dem die PH Vorarlberg, die Universität Innsbruck, die PHT, die Edith Stein-Hochschule und das Mozarteum Salzburg angehören. Nach meinem Dafürhalten brauchen wir da nicht nur eine Absichtserklärung, sondern einen Kooperationsvertrag, in dem genau geregelt ist, wie die Zusammenarbeit und die Verantwortung verteilt wird. Derzeit wird ein Vertragsentwurf von der Universität Innsbruck ausgearbeitet. Ein gemeinsames Curriculum für die Sekundarstufe im Rahmen der PädagogInnenbildung Neu wird ebenfalls bald präsentiert.

ECHO: Warum sind diese Dinge nicht öster-reichweit einheitlich geregelt?

Wöll: Das wird mit der Autonomie der Hochschulen argumentiert. Ich bin auch der Ansicht, dass man sich viele Kilometer erspart hätte, wenn es ein Kern-Curriculum gäbe, an das ich dann viele Blüten anhängen kann. Hätte man – wie bei der Zentralmatura – Mindeststandards festgelegt, wäre es leichter. Jetzt machen es die Hochschulen selbst, aber im Rahmen eines Verbundes. Die Sicherung nach oben – damit das Ganze kompatibel ist – ist der Qualitätssicherungsrat. Es ist teilweise sehr schwierig, weil für Universitäten und Pädagogische Hochschulen unterschiedliche Gesetze gelten, auch die Zuständigkeiten liegen bei zwei Ministerien.

ECHO: Haben die Studierenden der PHT konkret – also in der Ausbildung – unter den Missständen gelitten?

Wöll: Meine Wahrnehmung war so, dass sie sich nicht drausbringen ließen. Sie sind daran interessiert, eine gute Ausbildung zu erhalten, und wir haben vereinbart, wenn sie Mängel feststellen, sollen sie es mir sagen. Und wo sie zufrieden sind, sollen sie mir auch sagen. Die Lage hat sich jedenfalls entspannt.

ECHO: Welche großen Herausforderungen muss die neue Rektorin oder der neue Rektor meistern?

Wöll: Die große Herausforderung ist sicher die Umsetzung und Implementierung der PädagogInnenbildung Neu. Dafür gilt es, im Rahmen des Entwicklungsverbundes West klare Weichen zu stellen und sich auch gegenüber den Partnern zu positionieren. Ich habe mit Rektor Tilmann Märk schon zahlreiche Gespräche geführt, denn die Universität Innsbruck ist für uns der zentrale Partner.

ECHO: Sind die Nachwehen mit dem Bruder Rektor Märks, der ja Rektor der PHT werden wollte, vorüber?

Wöll: Ja. Das war damals ein Aufreger, immerhin war er Erstgereihter im Dreiervorschlag.

ECHO: Rückblickend wurde sehr viel Porzellan zerschlagen in den ersten Jahren der Pädagogischen Hochschule. Wie blicken Sie zurück? 

Wöll: Die erste Periode ist relativ ruhig abgelaufen. Die zweite Periode lief von Beginn an unrund. Das wissen wir. Wir vom Hochschulrat waren uns unserer Reihung damals sicher. Wie die Reihung dann in Wien uminterpretiert wurde, lag außerhalb unseres Wirkungsbereiches. 

ECHO: Wie lange werden Sie die PHT noch im Hochschulrat begleiten?

Wöll: Ich bleibe sicher bis zum Ende dieser Periode, die im Frühjahr 2016 ausläuft. Dann scheide ich jedenfalls aus – allein schon vom Gesetz her. Man kann nur zwei Perioden hintereinander Mitglied des Hochschulrates sein.
Interview: Alexandra Keller

HINTERGRUND

Der Sanierungsfall Pädagogische Hochschule

Ende August 2014 schied Markus Juranek (Bild), der ehemalige Rektor der Pädagogischen Hochschule Tirol (PHT), aus seinem Amt – freiwillig, wie es hieß. Damit beendete der seit April 2014 dienstfrei gestellte erste Rektor der PHT endgültig seine Ära an der 2007 recht holprig ins Leben gerufenen Hochschule. Von Beginn an war Juranek umstritten gewesen, sein Führungsstil wurde kritisiert, seine fachlichen Fähigkeiten nicht minder und rasch häuften sich die Klagen und Meldungen über die PHT, die vielfach von Hybris und Extravaganz der Führungsriege zeugten. Dies hatte nicht nur Auswirkungen auf die Lehre und die Stimmung an der neuen Hochschule – am Ende stolperte das Rektorat über das Budget, dessen Darstellungen gegenüber dem Hochschulrat mit der tatsächlichen Lage nicht in Einklang gebracht werden konnte. Im Juli 2014, Rektor Juranek war schon beurlaubt, stellte der Bundesrechnungshof in seinem Prüfbericht über die Öffentlichen Pädagogischen Hochschulen unter anderem fest: „Die Buchhaltungsagentur des Bundes stellte an der PH Tirol seit 2009 eine Vielzahl an Mängeln fest. Betroffen waren v.a. die Kassensicherheit, die durchlaufende Gebarung und die Einhaltung des Haushaltsrechts. Auch bei der Beschaffung von Waren und Dienstleistungen gab es Beanstandungen. [...] Ein umfassendes Internes Kontrollsystem fehlte an der PH Tirol; das vorhandene Prozesshandbuch regelte nur einzelne Bereiche; auch die Inventarverwaltung war mangelhaft: So waren Geräte im Wert von rd. 20.700 EUR nicht auffindbar. [...] An der PH Tirol konnten im Jahr 2012 Sachausgaben von mehr als 200.000 EUR aufgrund einer Budgetüberschreitung nicht mehr bezahlt werden.“ Im März 2014 wurde der ehemalige Salzburger Landesschulratspräsident, Herbert Gimpl, mit der Sanierung der PHT beauftragt. 

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