Das silberne Zeitalter

Schwaz entwickelte sich am Ende des Mittelalters von einem kleinen, unbedeutenden Dorf zu einer Metropole mit Weltgeltung. Für knapp hundert Jahre stand der Tiroler Bergbauort aufgrund seines Silberreichtums im Zentrum weltgeschichtlicher Entwicklungen.

Schwaz ist ein Markt oder mächtiges Dorf, darin der Falkenstein und Erb­stollen unsägliches Gut von Silber und Kupfer, für und für, Tag und Nacht durch etliche Tausend Knappen gehauen und geschmelzt wird. Dieses Bergwerk hat man erst vor 100 Jahren angefangen zu bauen...“. So beschreibt Sebastian Münster um 1550 in seiner „Weltchronik“ den Bergbauort Schwaz, wo schon in vorchristlicher Zeit Erz abgebaut wurde. Nicht in großem Stil, wie zum Höhepunkt der Silbergewinnung um 1500, der Abbau war durch die Jahrhunderte von bescheidenem Ausmaß. Ebenso wie der Ort selbst. So zählte das später „mächtige Dorf“ im Jahr 1312 nur 36 steuerpflichtige Haushalte mit knapp 200 Einwohnern. Zweihundert Jahre später hatte sich das Bild geändert. Über zwanzigtausend Einwohner, blühender Handel und das Flair einer Großstadt zeugen von Reichtum und Macht des Ortes. Umgeben von einer Welt, die noch fest im mittelalterlichen Denken verhaftet ist, nimmt Schwaz am Beginn der Neuzeit eine absolute Sonderstellung ein. Es ist der Silber- und Kupferreichtum des Falkenstein, der dafür die Grundlage bildet. Mit Schwazer Kupfer und Silber werden die Fugger zu einer der mächtigsten und reichs­ten Handelsfamilien der alten Welt. Mit dem Schwazer Bergsegen finanzieren die Habsburger ihre Großmachtpläne, mit dem Erz, das tausende Knappen unter unglaublichen Mühen aus dem Berg holen, wird der Wechsel von der Natural- zu einer reinen Geldwirtschaft vollzogen. Silber und Kupfer machen aus dem bescheidenen Dorf Schwaz die „Geldhauptstadt“ Europas.

Der alte Name von Schwaz, „Suates“, ist vor der deutschen Besiedlung und auch vor der römischen Besetzung des Landes entstanden. Die Anfänge des Ortes liegen im Dunkeln. Es gilt als gesichert, dass Schwaz nicht als Bauerndorf gegründet wurde. Der Ort liegt auf der Schattenseite des Inntales, Getreide wächst schlecht, und der Lahnbach mit seinen Vermurungen bildete keinen Anreiz, sich genau hier anzusiedeln. Bereits um 1500 vor Christus hatte man in den Schwazer Bergen zum ersten Mal Kupfer entdeckt, das in Verbindung mit Zinn zur Herstellung von Bronze benötigt wurde. In der Zeit zwischen dem untergehenden Frankenreich und dem Beginn des Hl. Römischen Reiches deutscher Nation wurde Schwaz erstmals in einer Urkunde erwähnt, als die hochadelige Frau Himiltrudis 930 dem Erzbischof von Salzburg ihr gesamtes Hab und Gut in Vomp, Wiesing und Schwaz, das damit unter kirchliche Herrschaft gelangte, schenkte. Die allmähliche Ablösung der geistlichen Herrschaft durch verschiedene Adelsgeschlechter begann um 1200, 1284 kaufte Graf Meinhard II. von Görz, Tirol, die Inntalgrafschaft. Seither gehörte Schwaz endgültig zum Land ­Tirol. In dieser Zeit der Herausbildung des Landes traten zwei niedere Adelsgeschlechter hervor: Die Herren von Rottenburg, die das Gebiet vom Ziller bis Volders, mit Ausnahme von Schwaz, verwalteten, sowie die Herren von Freundsberg, deren Gericht Schwaz (mit Pill, Vomp, Stans und Weer) die Inntaler Besitztümer der Rottenburger in zwei Hälften trennte. Die Herren von Freundsberg waren auch Besitzer von Sonnenburg bei Innsbruck, Friedberg bei Volders, Matzen bei Brixlegg, Mariastein und anderen Burgen und damit in Tirol eines­ der mächtigsten Geschlechter der damaligen Zeit. 1312 verkaufte Thomas von Freundsberg dem Landesfürsten König Heinrich die Vogtei zu Vomp und Schwaz um 150 Mark (42 kg) Silber.1) 1331 übergab Berthold von Freundsberg sogar seinen Stammsitz, seine Leute, sein gesamtes Gut und das Gericht an den Landesfürsten und erhielt dafür seinen ehemaligen Besitz als „ewiges Lehen“, also als Entgelt für noch zu leistende Verwaltungs- und Kriegsdienste, zu­rückerstattet. Die Aufgabe von Eigentum zu Gunsten der Lehensnahme geschah in dieser Zeit der beginnenden Stärkung des Landesfürstentums recht häufig. Damit, und dies sollte später Folgen haben, erhielt der Landesfürst auch das Bergregal – nur er konnte die Schürfrechte vergeben und war automatisch an allen Einnahmen beteiligt. Bereits am 23. April 1326 verlieh Berthold von Freundsberg, damals noch Herr über Schwaz, dem Ort das Recht eines Wochenmarktes. Dieser Wochenmarkt war am Kirchanger südlich des Kreuzes angesiedelt – heute der Stadtpark bei der Pfarrkirche. Schwaz war in ältester Zeit, als es aus dem Dorf östlich des Lahnbaches und ein paar Höfen westlich davon bestand, nur eine kleine Landgemeinde. Mit der Verleihung des Wochenmarktes entstand allmählich eine­ zweite Gemeinde – der Markt. Trotz dieses Wochenmarktes war Schwaz nie rechtlich ein stadtähnlicher Marktort wie Matrei oder Imst. Deshalb gab es in Schwaz auch keine Bürger oder „Inwohner“, also Menschen verschiedenen Rechts, wie dies bei Städten und Märkten selbstverständlich war. Vielleicht wäre Schwaz ein solcher Marktort geworden, wenn nicht im 15. Jahrhundert der Bergbau alle bisherigen Verhältnisse umgestürzt hätte.

Laut einer Sage soll die Magd Gertraud Kandlerin 1409 beim Viehhüten in der Gegend von Koglmoos bemerkt haben, wie ein Stier einen silberhältigen Stein mit seinen Hörnern aus dem grasigen Boden bloßlegte. Tatsächlich gehören die Stollen „Kandlerin“ und „St. Jakob am Stier“ zu den ältesten am Falkenstein, und der Stier findet sich heute noch im Wappen der Gemeinde Gallzein. Die Bergchronik berichtet, dass 1420 die reichen Erzgruben am Falkenstein aufgetan wurden „und vieles Bergvolk aus Böhmen und Sachsen (alte europäische Silberbergbauzentren im Erzgebirge) und anderen deutschen Ländern nach Schwaz gezogen sei“. 1426 fand man im Westen von Schwaz, beim heutigen Gymnasium Paulinum, eine alte Erzgrube, die ergiebig war und die man Alte Zeche nannte. In dieser Zeit erfolgte der erste Zusammenstoß zwischen den Unternehmern des neuen Bergwerks und Wolfgang von Freundsberg, dem Grund- und Gerichtsherrn von Schwaz, da die Bergleute einem eigenen Berggericht unterstanden und nicht dem Landesgericht. In einem Brief beschwerte er sich 1430 bei Friedrich IV.: „Als denn Erz-und Bergwerk in unseren Gerichten aufgestanden sind, dadurch uns großer Bruch und Irrung in mancherlei Weg geschehen an unseren Gründen, Forsten, Wäldern, Bächen, an Leuten und Gütern, an unseren alten Rechten und Gewohnheiten.“ Doch nicht nur die Schäden, die durch die Bergwerksarbeiten entstanden sind, erbos­ten den Herrn von Freundsberg. Weiter schreibt er: „In den oben genannten Bergwerken sind jetzt Bergrichter eingesetzt, denen euer Gnaden hohen Sold geben muss. Die selben greifen mir und meinen Vettern in unser Gericht und Herrlichkeit gegen unsere Freiheit und altes Herkommen. Ich meine, das ist nicht recht und begehre wie das anderswo gehalten wird.“ Doch dem Landesfürsten war der Bergbau zu kostbar, als dass er ihn einem Adelsgeschlecht überlassen hätte. Die neue, auf Geld aufgebaute Wirtschaft stand gegen die auf bäuerlichem Grundbesitz beruhende Welt des Adels. Deshalb tauschten die Freundsberger 1467 das Gericht Schwaz gegen die schwäbische Herrschaft Mindelheim aus und zogen fort. Seither war der Landesfürst, zu dieser Zeit bereits Erzherzog Sigmund (siehe Kasten rechts), nicht nur Herr des Silbers, sondern auch Herr über das Landesgericht Schwaz. Dieser benötigte das Silber aus Schwaz, um seinen aufwändigen Lebensstil zu finanzieren. Und der Schwazer Bergbau boomte: Innerhalb von wenigen Jahren war die Schwazer Metallproduktion ein europäischer Wirtschaftsfaktor und der Falkenstein wurde zur Silber- und Geldquelle der Habsburger. 1441 wurde dem wilden Erzsuchen am Falkenstein ein Ende gesetzt und die Stollen und Gruben wurden von nun an vom Berg­richter an Unternehmer, die so genannten Gewerken, verliehen und vom Schiner, einem Bergbeamten, vermessen. Die Verleihungen und alle Regelungen am Berg erfolgten nach der Bergordnung für Gossensass und Schwaz, die 1427 von Herzog Friedrich erlassen wurde und auf die Schladminger Bergordnung von 1408 zurückging. 1447 verbesserte Herzog Sigmund die Bergordnung um einige Punkte, und 1449 erfolgte die letzte große Erweiterung. Aus diesen Ordnungen des Schwazer Bergwerkes ergab sich ein völlig neues, von der festen mittelalterlichen Ordnung abweichendes Recht. Das Wichtigste war die Freiheit am Berg, die Gleichbehandlung von Ansässigen und Zuwanderern und Vorrechte sowie Freiheiten für alle für das Bergwerk Tätigen. So durfte der Bergmann auf öffent­lichem Boden steuerfrei ein Haus errichten oder zum Eigengebrauch Vögel und Fische fangen. 

Die Bergleute waren ein wilder und selbstbewusster Haufen. Sie entwick­elten ein für die damalige Zeit revolutionäres Sozialsystem, das sogar ein Rentensystem beinhaltete. Ihre Forderungen setzten sie auch durch Streiks sowohl gegen die Gewerken als auch gegen den Landesfürsten durch. Dessen einziger Gradmesser des Handelns war das Wohlergehen des Bergwerkes, das dem Landesfürsten neue und umfangreiche Einnahmen erschloss. Dieser war schließlich bei allen Gruben stiller Teilhaber mit 1/9 der Anteile. Zusätzlich muss­te jeder zehnte Kübel Roherz als Fron dem beamteten Froner abgeliefert werden. Alles in den Hütten gewonnene Silber muss­te von den Gewerken zu einem festen Preis von fünf bis sechs Gulden pro Gewichtsmark (281 Gramm) an die Saline Hall (das Finanzamt des Landesfürstentums) und ab 1477 an die dortige Münzstätte abgeliefert werden, während der Handelswert bei 10 bis 12 Gulden lag. 1431 trat Schwazer Silber zum ersten Mal als europäisches Handelsgut in Erscheinung, 1456 wurde erstmals ein Kredit mit ihm besichert. Sigmund, ständig in Geldnöten, nahm bei der Augsburger Handelsgesellschaft Ludwig Meutting ein Darlehen über 40.000 Gulden auf. Die Rückzahlung wurde in Schwazer Silber festgelegt. Mit diesem ers­ten Darlehen begann eine bedeutende Wende im Schwazer Bergbau, die zur völligen Verpfändung des Tiroler Silbers und Kupfers führen sollte. Noch behielt Sigmund die Produktion in seiner Hand, und bereits um 1470 wurde das Schwazer Silber und Kupfer in allen wichtigen Wirtschaftszentren Süddeutschlands gehandelt.

Es gelang Sigmund auch, die geplante Reform des Währungswesens durchzuführen. Die Prägung des Tiroler Silberguldiners, der den gleichen Wert hatte wie der Rheinische Goldgulden, bedeutete eine Revolution im deutschen Münzwesen. Doch die ständige Geldknappheit bewog Sigmund, immer ­häufiger Darlehen aufzunehmen. Einer der Ersten, die die Möglichkeit erkannten, über Anleihen an den Landesfürsten die Silber- und Kupferproduktion in die Hand zu bekommen, war der Gewerke und Finanzchef Sigmunds, Antoni vom Ross, eigentlich ­Antonio de Cavallis. Doch sein Name wurde von der Tirolern recht schnell eingedeutscht. Cavallis war ein umtriebiger Gentleman: ­Finanzchef des Landesfürsten, Gewerke, Spekulant und auch Erfinder. Gemeinsam mit dem Gewerken Hans Baumgartner aus Kufstein, das zu dieser Zeit noch zu Bayern gehörte, begann er, in großem Stil Geld an den Landesfürsten zu verleihen. Als großer Spekulant musste er aber auch erleben, was in den kommenden 60 Jahren kaum einem Gewerken erspart bleiben sollte – den Bankrott. 1491übernahm Baumgartner seinen Betrieb und errichtete das erste Kupfermonopol. Doch schon 1499 waren die Fugger aus Augsburg in der Lage, die Vorherrschaft im Kupferhandel zu erringen. Silber und vor allem Kupfer aus Schwaz und anderen Tiroler Bergbaurevieren gingen zum Großteil in den 

Die Gewerbegebiete in den aufstrebenden Städten des süddeutschen Raumes verarbeiteten ebenso Tiroler Silber, Kupfer und Blei wie die entsprechenden Städte im oberitalienischen Raum. Aber auch in den Orient, hier vor allem über Venedig, und nach Afrika wurden die Schwazer Metalle verkauft. Dies beweist auch, welche Macht der Schwazer Bergbau bereits vor 1500 inne hatte. Seine Metalle konnten in den Händen von Monopolen und Kartellen den euro­päischen Preis mitbestimmen. 

Mit dem Beginn des 16. Jahrhunderts erfuhren Bergbau und Metallhandel eine Veränderung. An die Stelle der Väter traten die Söhne, die nicht mehr nur Kaufleute, sondern, nachdem sie vom Kaiser geadelt wurden, Junker mit einem Anspruch auf Luxus und Re­präsentation waren. Der neureiche Bergwerksadel der Stöckl, Fieger und Tänzl stach den alten Grundbesitzadel aus, erwarb deren Burgen und baute sie zu prachtvollen Schlössern um. Das Geschäft mit Silber und Kupfer lockte aber auch Augsburger Welthandelsfirmen wie Fugger, Paumgartner oder Hörwart nach Tirol, die einen großen Vorteil besaßen. Aufgrund ihres Reichtums waren sie in der Lage, Kaiser Maximilian und dessen Nachfolgern Karl V. und Ferdinand I. jene riesigen Darlehen zu geben, die zum Aufbau und zur Festigung des habsburgischen Weltreiches be­nötigt wurden. Die Augsburger beherrschten bald nicht nur den Handel mit den Schwazer Metallen, sondern traten zur Sicherstellung der Produktion auch allmählich als Gewerken in den Bergbau ein. 

Zu dieser Zeit entschied das Schwazer Silber auch über die Geschichte Europas. 1519 wurde der Habsburger Karl V. zum deutschen König gewählt. Dazu stellten die Fugger einen Teil der Bestechungsgelder, man spricht von einer Gesamtsumme von 850.000 Gulden, die die Kurfürsten dazu bewogen, dem Habsburger gegenüber dem französischen König den Vorzug zu geben. Allein 415.000 Gulden mussten mit Schwazer Silber zurückbezahlt werden. Durch die Vormachtstellung, die die Augsburger dadurch­ errangen, und den sich bereits abzeichnenden Rückgang der Erträge im Silber­bergbau wurde es für die Tiroler Gewerken immer schwerer mitzuhalten. 1552 gingen die Tänzl und Stöckl als einst große einheimische Gewerken Bankrott. Doch auch die Augsburger gerieten ab 1550 durch die allgemein schlechte Wirtschaftslage immer wieder in finanzielle Schwierigkeiten, was sich recht deutlich im häufigen Wechsel der Teilhaber und Zusammenschlüsse äußerte. Die Blütezeit der Augsburger Handelsgesellschaften war um 1550 eigentlich zu Ende, barg doch die riesige Kapitalkonzentration in den Händen weniger Handelshäuser gewaltige Risiken in sich. Die Firmen­ waren auch anderweitig im Metallgeschäft tätig, und die meisten standen auch mit riesigen Darlehen an die Herrscher in Frankreich und Spanien in einem heftigen Konkurrenzkampf. 

Bei dieser Auseinandersetzung wurden die Kredite überspannt und die Staaten waren nicht mehr in der Lage, ihre Darlehen zurückzuzahlen. Dazu kam, dass die Silberproduktion immer mehr sank. Die religiösen Wirren, die zur kriegerischen Auseinandersetzung zwischen den katho­lischen und lutherischen Fürsten führten, und der Krieg gegen Frankreich schlugen dem europäischen Handelsnetz zusätzlich schwere Wunden. Die verstärkte Einziehung der Bergknappen zur Landesverteidigung führte zu weiteren Produktionsverlus­ten. Dazu kam, dass die südamerikanischen Silberbergwerke mit billigem Silber den europäischen Markt überschwemmten und eine wahre Inflation des Silberpreises hervorriefen. Durch den Bankrott der Stöckl und Tänzl im Jahr 1552 gewannen die Augsburger Firmen Fugger, Manlich, Katzbeck, Haug-Langenauer und Hörwart die Alleinherrschaft am Falkenstein, die sie seit Jahren angestrebt hatten. Doch 1557 kaufte Ferdinand I. von den Hörwart deren Falkensteiner Anteile und gründete den „Österreichischen Handel“. So wurde der Konkurrenzkampf fortgesetzt. Die Gegner hießen jetzt allerdings Augsburger Privatkapital gegen den Staat. Und diesen Kampf sollten die Augsburger schließlich verlieren. In den Jahren zwischen 1560 und 1570 vollzog sich für Schwaz der Wandel von einem internationalen Zentrum zu einer nur mehr für Tirol wichtigen Produktionstätte. Die europäische Wirtschaft verlagerte ihren Schwerpunkt in die Niederlande, und die Schätze aus den Kolonien traten an die Stelle des Schwazer Silbers. Die Bergknappen wanderten ab, viele Stollen wurden aufgegeben und Schwaz wurde wieder der Ort, der er vor dem Silber-Boom war. 

Zwar ging der Abbau weiter, doch die Ausbeute wurde immer geringer. Hungers­nöte, Seuchen und der 30-jährige Krieg führten zu Aufständen, der Erbstollen muss­te aufgegeben werden, und in allen diesen Jahren der Not verschuldete sich der fuggerische und österreichische Bergbau. Auch das Ende des Krieges und die Wieder­errichtung der verfallenen Wasserkunst brachten keinen wirklichen Aufschwung. 1657 ließen die Fugger ihren kompletten Bergbau auf, der vom „Österreichischen Handel“ übernommen und noch Jahrhunderte weitergeführt wurde. Doch die Größe wie vor 1550 sollte der Bergbau in Schwaz nie wieder erreichen.  Hugo Huber

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